Angekommen auf der klassischen Touristenroute: Kashan, Abyaneh und Isfahan

„Taxi Sir?“ „Where are you from?“ „Where do you go?“ … Wir sind auf der klassischen Touristenroute angelangt. Nach fünf Wochen in denen wir fast ausschließlich Menschen mit freundlichen Absichten begegnet sind, sind wir ein leichtes Opfer für Geschäftemacher. In Isfahan bin ich schon drauf und dran mir einen Teppich zu kaufen. Gut, dass Moritz vernünftig bleibt. Und auch die Couchsurfing Anfragen werden kommerziell. Mehrmals wird uns angeboten, für Geld bei jemandem zu übernachten und tatsächlich schreibt uns jemand zuerst ganz nett. Als wir dann höflich nachfragen, ob für einen Ausflug etwas zu bezahlen sei, kommt als Antwort: „I have to rent a car!“ Nein danke! Das kennen wir bereits.

Zu sagen, dass wir nur negative Erfahrungen machen, wäre aber auch unfair. Zum Beispiel treffen wir uns mit Ali, den wir ebenfalls über Couchsurfing kennen lernen. Er holt uns ab, wir schlendern gemeinsam über die wunderschönen Brücken der Stadt und erhalten von ihm eine Einführung in die neuere Geschichte des Landes. Häufig waren wir bisher mit schwarz-weiß Denken und einfachen Erklärungen konfrontiert. Ali aber sieht alles sehr differenziert und obwohl er nach der Grünen Revolution brutal zusammen geschlagen wurde, glaubt er an eine positive Zukunft für das Land.

Mit den Angestellten unseres Hotels haben wir lustige Gespräche und werden schließlich von Hanije nachhause eingeladen und von ihrer Mutter bekocht. Nach anfänglichem Zögern weil ja eigentlich der Trauermonat Muharram begonnen hat, lässt sich die Mutter doch von Hanjie breitschlagen und führt farbenfroh gekleidet einen traditionellen Tanz aus der Provinz Gilan auf. Außerdem soll auch ich unbedingt die Tracht anprobieren und für Fotos posieren. Danach folgt natürlich ein iranischer „Spaziergang“. Im Auto sitzend werden wir im Dunkeln an verschiedenen bereits geschlossenen Sehenswürdigkeiten vorbei gefahren. Mittlerweile sind wir daran gewöhnt und genießen es, auf der Autofahrt mit dee Familie zu quatschen. Wir verbringen einen schönen Abend zusammen und sind nach einer Woche in Isfahan richtig traurig als wir abreisen. Zu ihrer Hochzeit versprechen wir aber auf jeden Fall zurück zu kehren! (Obwohl bisher noch kein Kandidat in Sicht ist!)

Außerdem lernen wir Franzi und Lukas aus Deutschland kennen, die nach ihrem Studium durch den Iran reisen. Es ist schön sich über die Sonderbarkeiten dieses Landes auszutauschen und auf Deutsch zu ratschen.

Besonders genießen wir es abends durch das armenische Viertel Jolfa zu schlendern. Hier reiht sich ein Cafe an das andere und es gibt tatsächlich so etwas wie ein Nachtleben.

Wir besuchen ein armenisches Kloster und erfahren mehr über den Völkermord an den Armeniern, über den wir vorher fast nichts wussten. Immer wieder sind uns in Iran unterschiedliche Sprachen und Kulturen begegnet. Mühsam lernen wir ein paar Worte Farsi um dann zu merken, dass unser Gegenüber Türkisch, Armenisch oder Kurdisch spricht.

Wir genießen es, uns ohne Zwang über Neues zu informieren. Zum Beispiel besuchen wir das iranische Musikmuseum, wo wir sogar ein kleines Konzert bekommen.

 

Kashan:

 

Abyaneh

 

Isfahan

 

 

Ein Kommentar zu “Angekommen auf der klassischen Touristenroute: Kashan, Abyaneh und Isfahan

  1. Hallo ihr zwei,
    es ist immer wieder schön, eure Berichte zu lesen und durch eure Fotos in eine andere Welt entführt zu werden.
    Lasst es euch weiterhin gut gehen und genießt die freie Zeit!
    Clsudia

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