Tokio: In der größten Stadt der Welt

In Tokio fühlen wir uns von Anfang an wie zuhause. Ein paar Beobachtungen aus der größten Stadt der Welt:

Ein Bus schiebt sich durch eine schmale Straße in einem Wohngebiet. Hinter ihm stauen sich bereits mehrere Autos. Vor einem Geschäft steht ein Fahrrad mit Kindersitz so weit auf der Straße, dass es die Durchfahrt für das große Gefährt blockiert. Ich stelle mir vor wie ein Busfahrer in Deutschland wie wildgeworden hupt und gestikuliert und als die Mutter mit Kind auf dem Arm endlich schwitzend aus dem Geschäft tritt und ihr Rad zur Seite schiebt, seinen hochroten Kopf aus dem Bus streckt und ihr schreiend den Vogel zeigt und dann mit Vollgas vorbei braust.

In Japan jedoch springt der Fahrer in seiner blitzblanken und frisch gestärkten Uniform mit einem gutmütigen Lächeln leichtfüßig aus dem Bus und stellt das Zweirad ohne großes Aufheben zur Seite um dann zufrieden nickend hinters Steuer zurück zu kehren.

Als ich mir bei strömendem Regen in einem Schreibwarenladen einen Schrim kaufe, entfernt der freundliche ältere Herr an der Kasse zuerst sorgfältig das Preisschild, packt mir den Schirm aus und schenkt mir dann noch ein kleines Handtuch. Schließlich bin ich ja nassgeworden.

Wir frühstücken jeden Tag in einem kleinen Cafe in dem täglich unzählig viele kleine Köstlichkeiten zubereitet werden. Als Moritz der Chefin zum Abschied „Oischi“ sagt, was „lecker“ heißt, ist diese so hingerissen, dass wir ab jetzt jeden Tag ein kleines Geschenk bekommen. Einmal ist das ein Saft für jeden, ein anderes mal eingelegte Pilze und beim letzten mal ein Tuch für jeden.

Einmal hören wir schon von weitem die Sirenen eines Rettungsfahrzeuges. Als wir an der Ampel stehenbleiben und ihn passieren lassen, verbeugt sich der Fahrer leicht und bedankt sich durch den Lautsprecher: „Arigato! Arigato gozaimasu!“ ehe er weiterfährt.

In Japan scheint man in stiller Übereinkuft zu leben, dass das Leben auf engstem Raum für alle leichter ist, wenn sich jeder ein bisschen am Riemen reißt. Niemals wird jemand laut oder stört den anderen.

Wir plaudern ein bisschen mit unserem Vermieter, der uns erzählt, dass er früher beruflich oft in Berlin war. Dabei schüttelt er immer noch ein bisschen fassungslos den Kopf und stöhnt: „Chaos city“. Irgendwie genau so, wie wir über indische Städte sprechen würden.

 

Ein Kommentar zu “Tokio: In der größten Stadt der Welt

  1. Ich wollte bei unserer Japanreisr zuerst gar nicht nach Tokio, weil ich etwas Angst vor dieser riesigen Stadt hatte. Aber auch wir haben uns dort wohl gefühlt. Die Leute sind wirklich erstaunlich.
    Weiterhin eine tolle Reise
    Claudia

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