Nagomi Visit: Mit Freunden kochen in Nara

In Tokyo sind wir mit einem deutschen Paar ins Gespräch gekommen und sie erzählten uns von Nagomi Visit. Das ist eine Plattform im Internet, auf der sich Japaner anmelden können, die anderen gerne ihre Küche näherbringen würden. Als Tourist schreibt man dann eine Anfrage für einen Ort, in dem man gerne mit jemandem kochen würde.

Für Tokyo waren wir dafür schon zu spät dran, stellten aber eine Anfrage für Nara. Gleich als wir Mihos Antwort und ihr Profil sahen, auf dem sie alle Familienangehörigen sehr nett vorstellte, wussten wir, dass wir sie mögen würden.

Als wir dann von der Familie mit einem Willkommensschild am Bahnhof abgeholt werden, sind wir ganz gerührt. Als erstes fahren wir gemeinsam zum Einkaufen. Miho nimmt sich viel Zeit und zeigt uns viele japanische Produkte, die wir noch nicht kennen und die sie uns dann zuhause probieren lässt. Es ist schön zu sehen, wie sie mit ihrem 9-jährigen Sohn den Fisch auswählt und ihm erklärt warum die Qualität des Thunfisches heute nicht so gut ist. Am Ende nehmen sie ein Stück Rotbarsch und ein Stück Kabeljau und Yuki freut sich, weil Sashimi, also roher Fisch seine Lieblingsspeise ist. Dass Kinder in Deutschland meistens nur Fischstäbchen mögen können beide kaum glauben.

Zuhause werden wir im Flur von einem weiteren selbstgemalten Willkommensschild auf Deutsch und der 83jährigen Oma begrüßt. Sie zeigt uns ihre Technik, Gemüse in der Hand zu schneiden und freut sich kichernd darüber, dass wir alles probieren wollen. Der Vater zeigt uns sein neues Fischmesser und Moritz ist glücklich, jemandem zum Fachsimpeln zu haben.

Stundenlang stehen wir in der Küche, kochen, probieren und Miho erzählt uns unendlich viel über die japanische Küche und Kultur.

Besonders schön an dieser Art des Treffens finde ich, dass man sofort ein gemeinsames Thema und eine gemeinsame Leidenschaft hat.

Schließlich tragen wir die vielen verschiedenen Speisen auf und essen gemeinsam auf dem Boden. Als Nachspeise gibt es frische Erdbeeren, die hier schon reif sind. Beeindruckt hören wir, wie Miho über die verschiedenen Erdbeersorten spricht und für jeden zwei verschiedene in ein Schälchen füllt.

Nach dem Essen kommt die Nachbarin zu Besuch, die seit einer Reise begeistert ist von Deutschland. Sie hat einen Katalog mitgebracht, in dem sie uns zeigt, wo sie war. Dabei hält sie die ganze Zeit selig ein kleines Handtuch mit zwei Kindern in Tracht vor einem Lebkuchenhaus in der Hand, das sie als Souvenir gekauft hat. In dem Magazin sind alle möglichen Produkte und Speisen abgebildet. Alle sind begeistert. Nur als wir erzählen, dass die Seelachssemmel nicht mit echtem Lachs, sondern gefärbtem Fisch belegt ist, sind alle geschockt.

Zum Abschied bekommen wir von Miho einen besonderen Tee aus Nara und von ihrer Freundin eine Karte und einen Notizblock. Satt und glücklich werden wir dann zum Zug gebracht und sind uns sicher: Das war einer der schönsten Tage in Japan!

 

 

 

 

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